Software muss synodal entwickelt werden¶
Freitag, 24. April 2026
Software muss synodal entwickelt werden, ansonsten wächst daraus nichts Gutes.
Das Wort „synodal“ habe ich natürlich aus der Kirche, denn bis Sommer 2022 war ich in Estland als Kontaktperson für die Konsultation zur Weltsynode für eine synodale Kirche zuständig. Ansonsten hat meine Vision aber nichts mit Kirche zu tun. Man muss nicht katholisch sein, um synodal zu denken.
Den Domainnamen synodalsoft.net habe ich am 1. Januar 2023 registriert, weil die Namen „TIM“, „Lino“ und „Rumma & Ko“ zur internationalen Vermarktung suboptimal sind. Die Registrierung habe ich übrigens von Nispert aus getätigt, vom Sofa meiner Freunde aus, bei denen ich für die 8 Monate meiner Krebsbehandlung wohnte. Einige Stunden später brachte Johannes mich auf Befehl meines Hausarztes in die Notaufnahme im Eupener St-Nikolaus-Hospital. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich schon damals aufgeschrieben habe.
Seitdem sage ich mir getrost, „dass ich in dieser Sache mein Bestes getan habe und jetzt nur noch zu beten brauche“. Ähem. Obwohl seitdem mehr als drei Jahre vergangen sind und sich nichts zu tun scheint? Könnte es sein, dass Gaby Recht hatte, die schon damals meinte, dass Beten alleine wohl kaum reiche?
Natürlich reicht Beten alleine nicht. Der zweite Teil meines Satzes war falsch formuliert. Und ich habe ja nie aufgehört, für meine Vision auch zu arbeiten. Es sieht mir eher danach aus, dass irgendein wichtiges Stück fehlt. Und ich finde es einfach nicht.
Also ich wiederhole nochmal von vorne. Wer findet meinen Denkfehler?
(1) Mit dem proprietären Geschäftsmodell kommen wir über kurz oder lang in Teufels Küche. Dank Donald Trump merken europäische Politiker langsam, wie gefährlich es ist, sich von Softwareriesen abhängig zu machen.
(2) Mein Geschäftsmodell ist an dieser Stelle ein Hoffnungsschimmer. Dieses alternative Geschäftsmodell funktioniert seit 25 Jahren bestens. Außer dass man Rumma & Ko nicht nachhaltig nennen kann, weil die Firma zu klein ist und zu sehr von meiner Person abhängt. Wenn nicht bald was geschieht, erlischt dieser Hoffnungsschimmer, wenn ich in 10 Jahren in Rente gehe.
(3) „Synodal“ bedeutet „gemeinsam unterwegs“. Dazu gehört zum Beispiel, dass wir die Prioritäten der Entwicklungsarbeit gemeinsam festlegen und sowohl Arbeit als auch Ernte gerecht verteilen.
(4) Ich bin ja überzeugt, dass langfristig nur eine VoG oder eine Stiftung synodal sein kann. Ohne diese Überzeugung gäbe es Lino gar nicht, weil ich dann seit LAngem für SAP, Google oder Microsoft arbeiten würde. Ich sehe aber auch, dass jeder normale Geschäftsmann auf diese Klausel sauer reagiert (sh. Nachtrag).
(5) „Synodal“ bedeutet auch, dass wir iterativ vorgehen statt von Anfang an alles planen zu wollen.
(6) „Synodal“ bedeutet auch, dass wir Entwickler in ärmeren Ländern unterstützen, wodurch wir weltweite Ungerechtigkeit lindern.
(7) Synodale Softwareentwicklung geht nur mit freier Software. Freie Software ist Software, die durch ihren Autor per Lizenz zum Gemeingut erklärt wurde.
(8) Lino gehört juristisch gesehen gar nicht mir, sondern ist Gemeingut. Laut Lizenz darf jeder Lino kostenlos benutzen und sogar Geld damit machen, ohne mich um Erlaubnis zu fragen. Ich verdiene mein Geld nicht mit Lizenzgebühren sondern durch Verkauf meiner Dienstleistungen.
(9) Gemeingut sollte eigentlich der Mittelpunkt unseres Handelns sein, sagte König Philippe in seiner Weihnachtsansprache.
(10) Wahrscheinlich dachte der König bei „Gemeingut“ nicht unbedingt erstrangig an Software. Das liegt aber nur daran, dass unfreie (proprietäre) Software quasi den Markt beherrscht und die Leute sich gar nichts anders vorstellen können.
(11) Solange wir uns nicht gemeinsam um die Pflege freier Software kümmern, überlassen wir den höchst lukrativen Softwaremarkt einer Minderheit von Leuten, die wohlhabend und klug genug waren, sich zu gegebener Zeit Aktien bei einem proprietären Softwareentwickler zu kaufen.
(12) Ich sollte mir nicht so viele Sorgen machen, sondern lieber an einem Projekt arbeiten, das Lino zum „Durchbruch“ verhilft. Also eine Internet-Plattform, die von vielen Leuten benutzt wird.
(13) Lino Prima könnte dieses Potential haben. Insider halten diese Idee zwar für unrealistisch. Aber es gibt auch Hinweise von Endbenutzern, die auf Unzufriedenheit, sprich: Marktpotential, deuten. Um Lino Prima zu vermarkten, suche ich seit September 2025 einen Mitarbeiter in Ostbelgien. Offenbar stelle ich mich dabei ungeschickt an. Das könnte daran liegen, dass ich lieber Programmierer bin als Betriebswirt.
(14) Lino Pronto ist ein weiterer Kandidat für ein Projekt, das Lino zum Durchbruch verhelfen könnte. Sharif arbeitet daran in Bangladesh. Ich helfe ihm dabei so gut ich kann.
(15) Lino Welfare und Avanti funktionieren gut, sind aber sehr spezialisierte Anwendungen, die für ein breiteres Publikum nicht in Frage kommen.
(16) Lino Voga, Tera und Presto sind Beispiele von Projekten, die wegen „Personalmangel“ momentan schlafen: der jeweilige Hauptbenutzer fiel im ungünstigen Moment aus.
(17) Lino Noi ist ein Sonderfall, weil wir den selber benutzen. Hier gilt unter anderem das Sprichwort „Schusters Kinder laufen barfuß“.
(18) Was Lino bisher nicht hat, ist eine Platform, bei der Einzelpersonen sich registrieren würden.