Trans-Frauen im FKK-Bereich

Mittwoch, 22. Juli 2026

Trans-Frau aus FKK-Frauenbereich abgeführt – «Das war falsch»

Na, das war ja mal wieder eindeutig Provokation. Wer als Mann geboren ist und sich als Frau fühlt, der kann doch nicht erwarten, dass alle Besucherinnen einer für Frauen reservierten FKK-Einrichtung mit ihm fühlen. Wenn ich der Leiter des Marzlibades wäre, würde ich den „Frauenbereich“ umbenennen in „penisfrei“, um solche Missverständnisse fortan zu vermeiden.

Die Ursache des ganzen Stresses sind lediglich zwei Definitionsfragen.

Der Fehler besteht darin, dass wir Homo- und Transsexualität nicht als „Störung“ bezeichnen. Wie ich schon im vorigen Sommer so richtig bemerkte.

Zwar hatte mich im Mai ein Freund mal dazu gebracht, in einem meiner estnischen Artikel das Wort „Störung“ durch „Besonderheit“ zu ersetzen. Damals hatte mich sein Argument überzeugt, dass das Wort „Störung“ in der Psychologie scheinbar bedeutet, dass es eine „Krankheit“ ist und „behandelt“ werden muss.

Aber inzwischen antworte ich darauf: selbst falls dem so ist, ist es leichter, diese Definition von „Störung“ zu präzisieren, als 100.000 Jahre Menschheitsentwicklung umzuprogrammieren. Eine Störung ist rein grammatikalisch „etwas, das den Betroffenen stört“. Und das tun ja sowohl die Homo- als auch die Transsexualität.

Eine zweite Definitionsfrage ist natürlich, dass es noch immer Menschen gibt, die sexuellle Störungen als „Sünde“ bezeichnet haben wollen. Darüber habe ich schon oft genug geschrieben.

Also nochmal zum Mitschreiben: Homo- und Transsexualität sind „Störungen“ (sie stören das Leben der Betroffenen, weil wir auf Trennung zwischen Männern und Frauen in manchen Bereichen nun mal nicht verzichten können), aber keine „Sünden“ (die Betroffenen können und brauchen nicht „behandelt“ zu werden und brauchen sich nicht zu schämen).