Daniel Wisser: Die Königin der Berge¶
Mittwoch, 11. März 2026
Ich habe Daniel Wissers Roman „Königin der Berge“ gelesen. Die Hauptperson, Herr Turin, belügt und manipuliert seine Mitmenschen, seine Frau, sich selbst. Er hat seine „Geheimnisse“, und Geheimnisse zu haben ist ja auch eine Form der Lüge. Sogar den Leser betrügt er. Einmal habe ich ihm einen Satz lang geglaubt, dass er nie fremdgegangen ist. Lügen gehört zu seiner Persönlichkeit. Es ist wie ein Hobby, ein Spiel, ein Sport. Seine Frau weiß das und liebt ihn trotzdem. „Ich lass ihm seine Geheimnisse, die hat er nötig zum Glücklichsein“ sagt sie.
Und auch mir ist Herr Turin nicht nur sympathisch, sondern ich hatte keinerlei Problem, mich mit ihm zu identifizieren. Er hält mir den Spiegel vor. Der Roman erinnert mich daran, dass auch ich gelegentlich immer wieder lüge. Und das, obwohl ich ganze Predigten schreibe über unsere Kultur der Lüge.