Reiserückblick

Freitag, 6. Juli 2018. Wir waren zehn Tage in Belgien, haben meine Mutter, Geschwister und viele Freunde besucht. Ich hatte es nicht geschafft, unsere Reise vorher anzukündigen, aber jetzt versuche ich wenigstens einen Rückblick.

Die ersten drei Tage haben wir in Heppenbach bei Günter und Erika verbracht und durften teilhaben am Alltag einer Familie in einem Dorf in der Eifel. Danach eine Woche in Nispert bei Johannes und Gaby. Dann einen Tag in Brüssel bei Katleen und Dirk. Und auf dem Heimweg schnell mal in Kopenhagen eine Tour durch den Hafen.

Erster Tag (Donnertag, 21. Juni)

Der erste Tag war lang. Um 4.30 mit dem Taxi zum Flughafen. Um 9.50 Uhr Landung in Brüssel. 12.45 Ankunft in Eupen. Mittagessen in Nispert. Besuch bei Oma. Mit dem Vennliner nach Heppenbach. Festzelt aufbauen. Gegen 22 Uhr lagen wir dann endlich im Bett.

Zweiter Tag

Vorbereitungen für das Fest zu Günters fünfzigstem Geburtstag, das am Samstag in der Grillhütte stattfindet. Wir helfen wo wir können.

Dritter Tag

Heute ist das große Fest. 120 Gäste sind erwartet. Geert und Céline mit Kindern kamen schon früher, um noch mit zu helfen. Genauer gesagt kümmern sich dann letzten Endes die Männer um die Küche und das Klo, während die Frauen nach Sankt-Vith zum public viewing fahren, wo irgendein Fußballspiel übertragen wurde.

Dann treffen die anderen Gäste ein. Gemeinsamer Spaziergang auf dem Waldlehrpfad. Ich lerne François und Suzanne kennen.

Abends spielen zwei Bands, aber nach dem zweiten Stück der ersten Band kommt Iiris und will nach Hause, weil sie sich langweilt. Wie bitte? Schon um 21 Uhr nach Hause? In der Tat gab es hier zugegebenermaßen recht wenig Kinder. Da sah ich den neunjährigen Dirk allein auf einem Sofa sitzen. Er schwelgte gerade in ähnlichen Gedanken wie Iiris. Ich stellte die beiden einander vor, und mehr war nicht nötig. Aber danach ich blieb aus dem Konzertzelt raus, erstens meinen Ohren zuliebe und zweitens hänge ich sowieso lieber auf Sofas bei Lagerfeuern herum.

Vierter Tag

Viele Gäste waren auch zum Übernachten in der Gegend geblieben, also bietet das Kaufhaus Erika natürlich auch Frühstück an. Ly und die Kinder schliefen noch zu Hause, ich fuhr mit runter zur Grillhütte.

Beim Frühstück fiel mir plötzlich ein, dass heute ja unser siebzehnter kirchlicher Hochzeitstag ist. Ly und ich hatten schon vor einigen Wochen ausgemacht, dass wir das Feiern in diesem Jahr an einem anderen Datum nachholen, weil es ja unter anderem auch der Tag nach Günters Geburtstagsfeier ist. Aber zur Sicherheit ging ich schnell einen Strauß Blumen pflücken.

Einige Stunden später, als bei der Grillhütte alles aufgeräumt war, was heute aufgeräumt werden konnte, saßen die letzten Helfer beisammen in einer gemütlichen Runde. Es war eine zufriedene Gesellschaft: zufrieden über das gelungene Fest und auch darüber, dass wir jetzt ausruhen können nach der Anstrengung. Es war fast genau der komplette Bill-Clan: Oma und Opa, die drei Töchter mitsamt Ehemännern und Kindern. Und als einzige Ausnahme wir vier. Welche Ehre!

Hier habe ich dann auch meine Predigt gehalten, die eigentlich für den Abend zuvor bestimmt war.

Noch am gleichen Abend fuhr ich mit Johann nach Eupen, während Ly und die Kinder bei Erika blieben. Der Junge ist einfach köstlich als Gesprächspartner. Einer der wenigen Menschen, die es schaffen, ihre Bedenken zu formulieren wenn ich ins Philosophieren gerate.

Fünfter Tag

Heute morgen ging ich unseren Mietwagen abholen. Nachmittags fuhr ich dann mit meiner Mutter meine Frauen abholen.

Ab jetzt war mein Fotoapparat für einige Tage verschollen, deshalb kann ich euch zum Beispiel nicht zeigen, wie Iiris und Aurélie sich zum ersten Mal nach fast zwei Jahren wieder begegneten (am sechsten Tag) oder wie wir mit Onkel Duche zum Drimbornerwäldchen gefahren sind (am siebten Tag).

(Nachtrag) Oh, in meinem Handy waren ja auch noch Fotos:

Achter Tag

Mittagessen in Nispert. Nachmittags hatte ich einen Kundentermin. Abends brachte ich Mari zu Hannah und Céline, die Jugendlichen wollten zum public viewing gehen, für Mari also schon das zweite auf dieser Reise. Die Kleinen (Iiris und Aurélie) fuhren weiter mit mir, ich brachte sie zu Aurélie zum Übernachten, aber vorher sprangen wir bei Oma vorbei um Hallo zu sagen. Die beiden sind zwei richtige Sonnenstrahlen. Als alle Kinder versorgt waren, fuhr ich mit Ly zum Selterschlag, wo Gerd seine Katja alleine Fußball schauen ließ und mit Ly und mir spazieren ging.

Neunter Tag

Wir fahren Aurélie nach St. Vith zu ihrem Vater und gehen en passant schwimmen im See von Bütgenbach.

Zehnter Tag

Wir gehen uns von Oma verabschieden und dann den Mietwagen zurück bringen. Onkel Bruno kommt uns abholen und wir essen gemeinsam zu Mittag. Danach gehen Ly und ich zu Thomas‘ Geburtstagsfeier, während Mari und IIris bei Onkel Bruno bleiben.

Abends dann noch überraschend ein Abschiedskonzert für Oma.

Elfter Tag

Tante Anne, die seit unserer Ankunft wie ein Engel mal hier mal dort erschien und wieder verschwand, steht auch jetzt am Eupener Bahnhof und hat kurzerhand beschlossen, mit uns bis Brüssel zu kommen.

Am Brüsseler Bahnhof kommt Katleen uns abholen und bringt uns zu sich nach Hause. Mittagessen im Garten.

Dann mit der Metro ins Stadtzentrum und Besuch bei Manneken Pis.

Auf der Grand-Place steht eine Kutsche, mit der man für 50€ dreißig Minuten lang kutschieren kann. Iiris will natürlich. Drei Minuten für 5€ hätte ich uns gekauft, aber das wollte die Kutscherin wiederum nicht. Erst auf der Terrasse kriegt dank Katleens großzugiger Einladung und der Aufmerksamkeit eines Kellners jeder, was er will: Kaffee, Sprudel und sogar eine Käsekrokette für Iiris.

Auf dem Rückweg gehen wir durch den jardin botanique und singen Jumala ema neitsi in der königlichen Marienkirche.

Abends lernen kommen Jörg und Yoko und deren Kinder, die Frauen machen Salate und Dirk grillt wie ein Meister.

Noch später, als die Kinder von Thomas und Yoko schon schlafen, fährt Katleen noch schnell mit uns zum Atomium.

Zwölfter Tag

Iiris kann inzwischen die ersten Takte von „Für Elise“, aber heute heißt es raus aus Belgien, zurück nach Estland. Katleen bringt uns zum Flughafen. Sieben Stunden Zwischenstation in Kopenhagen.

Hier endet mein Rückblick. Wie immer bin ich dankbar für die vielen Begegnungen und zugleich traurig über die vielen Begegnungen, die aus Zeitmangel nicht stattgefunden haben.