Luc im Fitnessstudio

Schon während meiner Chemotherapie hatten die Ärzte in Leuven mir Muskeltraining in einem Fitnessstudio geraten. Aber wenn ich denen dann erzählte, dass ich täglich mit dem e-losen Fahrrad durch Eupen fahre, fanden sie das sehr gut und machten sich keine Sorgen.

Später habe ich immer wieder mal gedacht, dass ich das doch wenigstens mal versuchen sollte. Aber ich wusste: wenn ich einfach so in ein Fitnessstudio ginge, stünde ich da nur ratlos vor den Geräten. Und sowieso, bevor ich teuren Eintritt bezahle zu so einer Einrichtung, sollte ich mal mit Liegestützen, Kniebeugen und Klimmzügen anfangen, das sind altbewährte Übungen, die ich auch zu Hause machen kann. Die habe ich dann auch tatsächlich phasenweise gemacht, hier und da zehn Liegestützen oder Kniebeugen, und in meinem Zimmer habe ich mir eine Stange montiert, an der ich jederzeit ein paar Klimmzüge machen kann. Nichts besonderes.

Aber vorige Woche kam Peeter eine Ladung Äpfel abholen für seine Frau, und ich lud ihn auf eine Tasse Kaffee ein. Die meisten Esten haben meistens keine Zeit, um „sich eins zu trinken“ mit Freunden. Aber Peeter ist da anders. Wir erzählten über Familie, Gott und Gesundheit, und plötzlich auch über Muskeltraining im Fitnessstudio. Peeter macht das seit 15 Jahren. „Kannst du mir ein Fittnessstudio empfehlen?“ fragte ich. Antwort: „Komm doch einfach nächsten Samstag mal mit uns.“ Und ich habe ohne zu zögern Ja gesagt.

So bin ich dann heute Morgen zum ersten Mal in meinem Leben in einer Muckibude gewesen. Und weil Peeter quasi mein persönlicher Trainer war, ging eine Stunde wie im Flug vorbei.

Jetzt sitze ich hier mit etwas steifen Armen, aber ganz zufrieden: das könnte für Peeter und mich zu einer wöchentlichen Angewohnheit werden. Muckibude ist für den Körper so etwas wie gemeinsames Beten für den Geist. Das hatte mir noch gefehlt. Endlich tue ich auch für meine körperliche Gesundheit mal was :-)

Hier einige Beweisfotos dieses historischen Erlebnisses:

NB Die Hose auf den Bildern habe ich seit dem Karneval, wo wir mit der Gruppe „Koffer“ als „Ritter Sport“ mitgehen durften.

Tallinn, den 31. Oktober 2026