Der verhasste Tanz

Mittwoch, 11. Juli 2018. Gestern und vorgestern mussten Ly und ich Nachhilfestunden im Tanzen nehmen, weil wir am Sonntag auftreten und ich einen der Tänze noch immer nicht konnte. Nicht, dass ich die anderen Tänze „kann“, aber ich kann sie immerhin gut genug um nicht aufzufallen. Bei diesem hier jedoch fiel ich auf. Also jetzt war es wirklich höchste Zeit, dass ich ihn endlich lerne. Danke an unsere Tanzlehrein Krista, die sich Zeit für uns nahm.

Die anderen hatten tüchtig an just diesem Tanz geübt, als ich im April in Belgien war. Als wir im Juni in Belgien waren, haben sie ihn ohne uns sogar schon aufgeführt:

Um mein Loch bei diesem Tanz hat sich niemand je gekümmert, ich selber am wenigsten. „Dieser Tanz mag mich nicht“ habe ich bei den Proben immer gesagt. Aber im Grunde bin eher ich es, der diesen Tanz nicht mag. Die Botschaft, die wir dem Publikum und vor allem uns selbst da einprogrammieren, geht mir gegen den Strich. Der Refrain, der zudem auch noch ständig wiederholt wird und deshalb überaus einprägend wirkt, geht so:

Lass sehn, lass sehn, lass die ganze Welt es sehn, wer Geld hat und wer nicht.

Einige der Strophen:

  • Wer Geld hat, der kauft eine Flasche Schnaps, wer keines hat, der leckt Sauermilch.
  • Wer Geld hat, der fährt mit Autos, wer keines hat, der werkelt hinterm Auto.
  • Wer Geld hat, sitzt mit Mädchen in der Bar, wer keines hat mit Schweinen im Graben.
  • usw

Das Lied ist ein Volkslied und wird in vielen Varianten gesungen. Die einzige Strophe, die dem Lied wenigstens einen sinnvollen Denkanstoß gab, war diese:

  • Wer Geld hat, der kauft sich ein Luftschiff, wer keines hat, der schleppt sich zu Fuß in den Himmel.

Aber die „Untsakad“ (auf deren Interpretation wir tanzen) haben dummerweise just dieses einzige Salzkorn rausgeholt.

In den vergangenen Monaten habe ich oft zu Ly gesagt „Ach, die Kiitsharakad sind so eine tolle Truppe, aber wenn doch dieses ständige Tanzen nicht wäre!“ Eigentlich war es vor allem dieser eine Tanz, der mir die Freude vergällte.

Nun ja, da muss man durch.